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Winterurlaub – Das Skigebiet rund um Trafoi in Südtirol

Die Kleinen sind hier obenauf – das zeigt schon die Legende vom Ortler, dem mächtigen Berg im Westen Südtirols.

Ein hochmütiger Riese soll er einst gewesen sein. Doch dann kam Zwerg Nudelhopf, kletterte ihm oben auf den Kopf und schlug dort auch noch ganz frech einen Purzelbaum. Der Riese wollte ihn packen und hinabschleudern, und erstarrte dabei zu Eis und Schnee. Zu seinen Füßen fühlen sich die Kleinen auch heute noch wohl. 15 familienfreundliche Skigebiete sind in der Umgebung entstanden. Bis auf 3200 Meter reichen die Liftanlagen der Ortler Skiarena. Pistenkilometer kann man auf den gepflegten Abfahrten nicht „fressen“. Dazu sind die Gebiete zu klein – aber deshalb genau richtig für einen entspannten Skiurlaub selbst mit kleinen Kindern.

Denn die Wege zwischen Hotel, Lift und Skischule sind kurz, die Skipässe günstig, die schneesicheren Pisten sanft und auch für Skizwerge zu bewältigen. Für die ersten Versuche auf zwei Brettern gibt es fast überall „Zauberteppiche“ – ein Förderband, auf dem auch die Kleinsten sicher den Übungshang hinaufkommen.

Ein wenig nostalgisch fühlt es sich an, wenn man vom Doppel-Sessellift im Örtchen Trafoi gemächlich zum Skigebiet auf 2500 Metern hinaufgetragen wird. Keine Hektik am Lift, nur Sonne, Bergluft und ein atemberaubendes Panorama mit den Fast-Viertausendern der Ortler-Gruppe. Hoch oben kreist ein Steinadler. „Die sieht man hier oft“, erzählt Olympiasieger Gustav Thöni. Die Ski-Legende der 70er Jahre stammt aus Trafoi und führt dort mit seiner Familie ein Hotel. Der Ort liegt im Nationalpark Stilfserjoch, einem der größten Schutzgebiete der Alpen und Refugium für Gämse und Murmeltier, Adler, Uhu und Schneehuhn. Es ist ein Ort zum Durchatmen – den Ortler immer im Blick.

Doch der „kleine“ Tourismus in den weniger bekannten Tälern Südtirols stärkt nicht nur die Seele derjenigen, die dort Urlaub machen. „Er hält auch die Orte am Leben und stellt sicher, dass die Menschen dort bleiben und nicht abwandern“, sagt Thönis Schwiegersohn Stephan Gander.

Man erreicht das Dorf in einem schmalen Seitental des Vinschgau über die Stilfserjochstraße. Im Winter endet sie nach den letzten Häusern von Trafoi. Die kurvenreiche Passstraße hinauf zum Joch bleibt von November bis Mai geschlossen – und wird zur Rodelbahn. Rasante Schlittenabfahrten gibt es unter anderem auch in den nahe gelegenen Wintersportregionen Watles und Haider Alm. Gerade weil sich die Orte zu Füßen des Ortlers nicht mit Haut und Haaren dem Skizirkus verschrieben haben, lässt sich hier die Winterlandschaft besonders intensiv erleben: auf geführten Schneeschuhtouren, auf Touren- und Langlaufski oder beim Eisklettern an den Eissäulen im Martell- und im Schnalstal.

Das sind nicht unbedingt Aktivitäten, die man zusammen mit kleinen Kindern unternimmt. Kein Problem: Viele Unterkünfte sind ganz auf Familien eingestellt und bieten Kinderbetreuung an. Einige Betriebe gehören zum Zusammenschluss der „Familienhotels Südtirol“. Südtirolweit sind es 24 Häuser, die geräumige Familienzimmer, Babyausstattung, Kinderbetreuung und Familienprogramm bereitstellen. Auch die Skischulen sind auf kleine Gäste eingerichtet, haben in der Regel einen Skikindergarten mit Mittagessen.

Gemeinsam mit den Kindern lohnt sich in der Ortler-Region ein Museumsbesuch. In Sulden hat Extrembergsteiger Reinhold Messner zwei Ausstellungshäuser eingerichtet: Das „Messner Mountain Museum“ erzählt von Gletschern und Eis, von Messners Expeditionen zu Nord- und Südpol – und natürlich vom Eisriesen Ortler. „Alpine Curiosa“ gibt es im Minimuseum in der ehemaligen Bergsteigerunterkunft „Flohhäuschen“ zu sehen.

Alles über Tiere und Pflanzen des Nationalparks Stilfserjoch erfahren die Besucher im Besucherzentrum in Trafoi. Die Ausstellung trägt das Motto „Leben an der Grenze“ und will deutlich machen, mit welchen Strategien und Tricks sich die Natur an das Leben im Hochgebirge angepasst hat. Das moderne Museum mit vielen Mitmach-Stationen begeistert gerade Kinder. Highlight noch bis Ostern: Eine Sonderschau über Bären, die immer wieder auch den Nationalpark durchwandern. Auch Bär Bruno, der im vergangenen Jahr in Bayern sein Leben lassen musste, soll hier vorbeigekommen sein – vielleicht hätte er einfach bleiben sollen.

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