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Füssen: Historisches Flair und Bergpanorama

Hoch oben auf steilem Fels thront das Wahrzeichen von Füssen – das Hohe Schloss. Vom Uhrturm des Bauwerks, das Gemälde aus Spätgotik und Renaissance präsentiert, entgeht einem nichts. Wer bis in die Türmerstube vordringt, hat wie einst der mittelalterliche Wächter die beste Sicht auf das Alpenpanorama und über die Stadt, die so hoch gelegen ist wie keine andere in Bayern. Wie von Künstlerhand gezeichnet heben sich die verwinkelten Dächer der Altstadt vom Laub der Bäume ab, das in den bunten Farben des Herbstes besonders romantisch wirkt.

Der spektakuläre Blick auf den Lech, der etwa zehn Gehminuten auf dem Lechuferweg flussaufwärts aus dem Hochgebirge ins hügelige Alpenvorland tritt, wird schon die Römer fasziniert haben. Gegen Ende des dritten Jahrhunderts entstand auf dem heutigen Schlossberg ein römisches Militärlager mit dem Kastell Foetibus. Für Jahrhunderte war somit das an der Römerstraße Via Claudia Augusta gelegene Füssen Bindeglied zwischen Italien und Germanien. Händler kamen über den Pass und sorgten für eine rasche Besiedlung sowie späteren Reichtum.

Heute sind es touristische Verbindungswege, die Besucher in die Bergstadt führen. Füssen, beliebter Kurort und Wintersportplatz, liegt am Schnittpunkt von „Deutscher Alpenstraße“ und „Romantischer Straße“. Als südlicher Endpunkt der wohl bekanntesten deutschen Ferienstraße, auf deren 366 Kilometern sich geschichtsträchtige Städte und historische Baudenkmäler aneinander reihen, macht die Stadt der „Romantischen Straße“ alle Ehre.

Mittelalterliche Gassen schlängeln sich vor der Bergkulisse der Alpen. Die von gotischen Bürgerhäusern und hübschen Giebelbauten flankierte Reichenstraße auf der Trasse der ehemaligen Via Claudia Augusta lädt zum Flanieren und Shoppen ein. Bei manchem Gebäude lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Dazu gehört die Heilig-Geist-Spitalkirche mit ihren sakralen Wandmalereien. Nicht von ungefähr steht sie an der malerischen Lechbrücke. Sie war die Zunftkirche der Flößer, der mit dem Gründungsjahr 1427 ältesten Zunft.

Auch vor der Haustür Füssens liegen bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Königsschlösser der Wittelsbacher Neuschwanstein und Schwangau. Vom Tegelberg (1730 Meter) hat man den besten Blick über das Voralpenland mit den sanften Allgäuer Hügeln bis zur wildromantischen Bergwelt der Ammergauer, Lechtaler und Tannheimer Alpen und die idyllische Seenlandschaft direkt am Alpenrand.

Der nördlich der Stadt gelegene, zwölf Kilometer lange Forggensee ist ideal zum Baden, Segeln und Surfen. Auch die Strandbäder von Hopfensee und Weissensee im Westen sind beliebt.

Der Ortsteil Bad Faulenbach mit seinen Schwefelquellen macht Füssen zum Heilbad und Kneippkurort. Nur etwa einen Kilometer weiter südlich befindet sich die vielleicht schönste Stromschnelle auf deutschem Boden: Am Lechfall tosen die blaugrünen Wassermassen des Flusses durch eine enge Schlucht.

Ein Marterl markiert hier den St. Magnustritt, weil der Stadtpatron, der Heilige Magnus, volkstümlich Sankt Mang, um 730 aus St. Gallen kommend an dieser Stelle den Fluss überquert haben soll. An seine Missionstätigkeit erinnert die Klosteranlage St. Mang am Fuß des Schlossfelsens. Beeindruckend ist die barocke Pracht in der Bibliothek der ehemaligen Benediktinerabtei mit Blick auf das Refektorium. Das Deckengemälde im Studierzimmer der Mönche ziert eine Windrose, deren Zeiger sich mit dem Wind bewegt und immer auf eine der 83 Regeln des Heiligen Benedikt deutet.

Das 1000-jährige Kloster St. Mang war es auch, das 1602 den Künstler Jakob Hiebeler beauftragte, während einer am Lech wütenden Pest für die Annenkapelle einen Totentanz zu malen. Unter dem Motto „Sagt Ja Sagt Nein, Getanzt Muss Sein“ folgen 20 Stände mit Papst und Kaiser an der Spitze dem als Skelett dargestellten Tod, der weder vor dem Kleinkind noch dem Maler selbst Halt macht. Der Tanz beschreibt die Gratwanderung der Menschen zwischen Lebenslust und Todesangst. Heute zählt die Darstellung zu den bedeutenden Monumentaltotentänzen Europas. Dass auch der Ursprung des gewerblichen Lautenbaus in Füssen liegt, ist weniger bekannt. Spätestens der Lautenmacherbrunnen macht auf diese Tradition aufmerksam.

  • Schloss Neuschwanstein: Das berühmte Märchenschloss von König Ludwig II., nur wenige Kilometer von Füssen entfernt, ist ein Muss für jeden Besucher. Das benachbarte Schloss Hohenschwangau bietet ebenfalls Einblicke in die königliche Geschichte.
  • Altstadt Füssen: Die charmanten Gassen der Altstadt laden zum Bummeln ein. Hier finden sich das Kloster St. Mang, eines der ältesten Benediktinerklöster Deutschlands, und das beeindruckende Hohe Schloss, das mit seinen illusionistischen Fassadenmalereien begeistert.
  • Lechfall: Ein Naturschauspiel direkt vor den Toren der Stadt. Das tosende Wasser des Lechs stürzt hier durch eine enge Schlucht – ein perfekter Ort für ein Erinnerungsfoto.
  • Forggensee: Der größte Stausee Deutschlands bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wassersport, Schifffahrten oder entspannte Spaziergänge entlang der Ufer.

Aktivitäten in der Umgebung

  • Tegelberg: Für Wanderfreunde und Wintersportler gleichermaßen attraktiv. Mit der Tegelbergbahn gelangen Sie mühelos auf den Gipfel, der einen atemberaubenden Blick über die Region bietet.
  • Königliche Kristall-Therme Schwangau: Entspannung pur mit Blick auf die Alpen und Schloss Neuschwanstein. Ein idealer Ort, um die Seele baumeln zu lassen.
  • Rad- und Wanderwege: Das gut ausgebaute Wegenetz bietet Möglichkeiten für alle Schwierigkeitsgrade. Besonders der Drei-Schlösser-Weg ist empfehlenswert.

Empfehlung

Die romantische Atmosphäre der Altstadt, die Nähe zu Neuschwanstein und die idyllischen Spazierwege machen Füssen zu einem perfekten Ziel für Verliebte.

Beste Reisezeit

  • Mai bis Oktober: Ideal für Wanderungen, Schlossbesichtigungen und Radtouren bei angenehmen Temperaturen.
  • Dezember: Der Weihnachtsmarkt in Füssen und die verschneite Alpenlandschaft bieten ein besonderes Wintererlebnis.

Tipp für Besucher

Nutzen Sie die Königscard, die bei vielen Gastgebern in der Region erhältlich ist. Sie bietet zahlreiche Vergünstigungen und kostenlose Eintritte, darunter auch für Bergbahnen und Museen.

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